Alpines Philosophicum

Alpines Philosophicum im Bergsteigerdorf Ramsau

Ein Bergsteigerdorf zu sein heißt in der Ramsau nicht nur, ein Ort des Alpinismus und seiner Traditionen inmitten eindrucksvoller Bergwelt zu sein. Es heißt auch, ein Ort des Nach-, Vor und Querdenkens zu sein – über die vielfältigen Bedeutungen der Berge für Menschen, die sie beleben und als Inspirationsquelle oder Herausforderung, als Heimat oder als Ambiente, als Natur oder Kultur erfahren.

Ein Ort also, wo das Leben in und mit den Bergen zu denken gibt.

Das Alpine Philosophicum des Bergsteigerdorfs Ramsau bietet den Raum für dieses Denken: in unterschiedlichen Formaten werden hier Fragen verhandelt, die das Bergsteigen und das Leben in den Bergen jenseits des Gewohnten thematisieren.

Den jährlichen Höhepunkt der Arbeit des Alpinen Philosophicums Ramsau bildet eine Veranstaltungsreihe im Sommer, bei der philosophische Wanderungen, Diskussionen und weitere Kulturveranstaltungen stattfinden. Darüber hinaus werden aber auch ganzjährig im Verbund mit regionalen Partnern Anlässe zum Philosophieren geschaffen zu Fragestellungen, die für Bergsteiger und Bergdörfer von Bedeutung sind – zu Kultur und Natur des alpinen Raums, zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Alpinismus und der Berggebiete.

Das Alpine Philosophicum Ramsau wird vom berg_kulturbüro kuratiert und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ramsau durchgeführt.

Aktuelle Veranstaltungen:

„Schutzhaus oder Berghotel? Eine Debatte zur Funktion von Alpenvereinshütten“
Watzmannhaus, 11. September 2017, 19:30 Uhr

Der Bergsport boomt – und mit ihm die Zahl der Menschen, die in und auf den Bergen unterwegs sind. Das schafft neue Herausforderungen: für den Schutz der sensiblen alpinen Fauna und Flora, für die Sicherheit der zunehmenden Zahl unerfahrener Bergsportler und nicht zuletzt auch für die Berghüttenbetreiber. Früher waren Berghütten meist einfach ausgestattete Schutzorte für eine überschaubare Zahl von Bergsteigern. Inzwischen ist die Zahl der Gäste gestiegen – und auch Erwartungshaltungen der Gäste haben sich verändert. Heute ist die Frage nach Dusche, WLAN, veganem Essen oder einer exquisiten Weinkarte keine Seltenheit mehr, sind Zweitbettzimmer statt Massenlager gefragt und zusätzliche Erlebnis- und Wellnessangebote wie Indoor-Kletterwände, Hotpots oder Holzofensauna immer öfter „im Angebot“. Nicht geändert hat sich hingegen die oft komplexe Situation, in der Hütten bewirtschaftet werden müssen: die aufwendige Versorgung mit Lebensmitteln und sonstigem Bedarf, schwierige Energieversorgung, knappe Wasserressourcen und problematische Abwasserentsorgung, stark wetterabhängige Zugänglichkeit usw. Wie aber ist mit dieser Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit umzugehen und wohin entwickelt sich die Idee der Beghütte? Zurück zur „neuen Einfachheit“ oder hin zu einer weiter zunehmenden Berghotelkultur? Welche Rolle spielen dabei die Alpinen Vereine als Hüttenbetreiber – und welches Bild einer zeitgenössischen Berghütte sollten sie vermitteln? Diese und weitere Fragen sollen im Rahmen des Hüttenphilosophie-Abends am Watzmannhaus – und entlang konkreter Beispiele aus dem Hüttenalltag des Watzmannhauses – diskutiert werden.
Mitdiskutieren werden Bruno und Annette Verst (Hüttenwirte Watzmnannhaus); Thomas Gesell (Hüttenreferent DAV Sektion München); Roland Stierle (DAV Vizepräsident); Hanspeter Mair (Geschäftsbereichleiter Alpine Raumordnung DAV); Josef Egger (Nationalpark Berchtesgaden); Beppo Maltan (Vorsitzenden DAV Sektion Berchtesgaden); Franz Rasp (Vorsitzender Berchtesgadener Land Tourismus/Bürgermeister Berchtesgaden); Herbert Gschoßmann (1. Bürgermeister Bergsteigerdorf Ramsau); Fritz Rasp (Direktor Tourist-Info Bergsteigerdorf Ramsau) und weitere – Konzept & Moderation: Jens Badura (berg_kulturbüro Ramsau). Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
Eine Veranstaltung des Alpinen Philosophicums im Bergsteigerdorf Ramsau in Kooperation mit dem Watzmannhaus
Anmerkung: Wer nach der Veranstaltung im Watzmannhaus übernachten möchte möge dies bitte direkt beim Hüttenteam anmelden: +49 8652 964222

„Hütten-Philosophie: Kletterethik in der Praxis“
Blaueishütte, 14. September 2017, 19:30 Uhr
Im Herbst 2016 wurde das Kletterkonzept im Nationalpark Berchtesgaden in Kraft gesetzt – als Resultat intensiver Diskussionen zwischen den beteiligten Interessengruppen, allen voran der Nationalparkverwaltung und der IG Klettern. Vor dem Hintergrund der ersten konkreten Erfahrungen mit dem Konzept in diesem Sommer sollen im Rahmen des Hütten-Philosophieabends die dem Konzept zugrundeliegenden kletterethischen Fragen zur Diskussion kommen, wie sie in der Tradition der „Klettergrundsätze“ von Paul Preuß, dem Plädoyer für „clean climbing“ von Royal Robbins, Yvon Chouinard und anderen bis hin zur aktuellen „Tiroler Deklaration“ immer wieder thematisiert wurden und werden. Alle Interessierten sind herzlich zum Mitphilosophieren eingeladen<Eine Veranstaltung des Alpinen Philosophicums im Bergsteigerdorf Ramsau in Kooperation mit der Blaueishütte
Konzept und Moderation: Jens Badura, berg_kulturbüro Ramsau
Anmeldung: Die Veranstaltung ist kostenlos. Wer nach der Veranstaltung in der Blaueishütte übernachten möchte möge dies bitte direkt buchen: http://www.alpsonline.org/reservation/calendar?hut_id=8