Aktuell

Phase XI – Kultur- und Kreativwirtschaft im ländlichen Raum
Im Rahmen der vom Deutschen Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft gestarteten „Phase XI„, die sich mit Kultur- und Kreativwirtschaft im ländlichen Raum befasst, fand am 12. und 13. September im berg_kulturbüro der Workshop „creativeALPS“ statt: Was macht ein kreatives Milieu in Berggebieten aus? Welche Rolle spielen hier die besondere Nähe zu Traditionen aus Brauchtum, Handwerk etc.? Welche Möglichkeiten/Synergien und Stimulationen ergeben sich für einen Austausch zwischen den Berggebieten und urbanen Regionen und wie kann dieser gezielt befördert werden? Welche Narrative braucht es, um die Potentiale kultur- und kreativwirtschaftlicher Aktivitäten in Berggebieten für die unterschiedlichen Stakeholder (Kreative, Wirtschaftstreibende, Lokal- und Regionalpolitik, lokale Kulturräume etc.) kenntlich zu machen? Diese und weitere Fragen wurden im Rahmen des Workshops anhand von Fallbeispielen diskutiert.

Alpines Philosophicum Forum: Hüttenphilosophie im Herbst
Im Herbst veranstaltete das Alpine Philosophicum Ramsau zwei Hüttenphilosophie-Abende in Kooperation mit dem Watzmannhaus und der Blaueishütte: am 11. September wurde unter dem Titel „Schutzhaus oder Berghotel – Zur Funktion der alpinen Hütten“ aus unterschiedlichen Perspektiven (Hüttenwirte, DAV, Tourismus, Nationalpark) über die künftige Ausrichtung der alpinen Hütten diskutiert, am 14. September wurde dann auf der Blaueishütte „Kletterphilosophie“ betrieben, wo u.a. auch das Thema Kletterethik und die Erfahrungen mit dem neuen Kletterkonzept des Nationalparks Berchtesgaden zur Sprache kamen. Details zum Programm finden sich hier.

Arbeitstreffen „Zukunft der alpinen Kulturlandschaften“
Im berg_kulturbüro Ramsau, 4.9.2017
Am 4. September fand im Rahmen des Projektes „Modell Bergsteigerdorf“ ein Arbeitstreffen zu dem Thema „Zukunft der alpinen Kulturlandschaften“ statt. Dabei war die Frage nach den Möglichkeiten einer ökologisch und sozial nachhaltigen sowie auch ökonomisch tragfähigen Nutzung anspruchsvoller Weideflächen (Almen, Hutewälder u.a.) leitender Rahmen. Im Zentrum standen Überlegungen, naturnahe Beweidungsformen verschiedener Standorte im Berchtesgadener Land sowie im angrenzenden Salzburger Land mit autochthonen Nutztierrassen speziell im und für den Kontext der Bergsteigerdörfer auszuloten. Dabei sollen in erster Linie standortadäquate Zukunftsprojekte mit wirtschaftlicher Perspektive entwickelt werden und entsprechende Entwicklungsprozesse reflektiert und in den Zusammenhang der Diskussion um die Zukunft alpiner Kulturlandschaften eingebracht werden.Teilnehmer waren Bettina Burkart-Aicher (Bayerische Akademie für Natur- und Landschaftspflege Laufen), Ulf Dworschak (Nationalpark Berchtesgaden), Herbert Gschoßmann (1. Bürgermeister Ramsau), Fritz Rasp (Leiter Touristinfo Ramsau), Günter Jaritz (Abteilung Natur- und Umweltschutz, Land Salzburg), David Schuhwerk, (Naturpark Weißbach) sowie Gisela und Jens Badura (berg_kulturbüro).

Bergabenteuer einst und jetzt
Lorenz Köppl (Nationalpark Berchtesgaden) und Jens Badura (berg_kulturbüro) diskutierten im Rahmen eines Berichts der Abendschau des Bayerischen Rundfunks am 31. August 2017 über Veränderungen im Bergsport. Ein Mitschnitt des Berichts kann im Netz abgerufen werden.

Zukunftsakademie Rätikon
Am 1. September wurden die Ergebnisse der Zukunftsakademie Rätikon in Schuders (Graubünden/CH) präsentiert, die vom gleichnamigen Verein veranstaltet und durchgeführt, sowie vom berg_kulturbüro mitkonzipiert wurde. Sechs Fellows aus den Künsten, Architektur und Wissenschaft arbeiteten gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung an Zukunftsszenarien für das Prättigauer Bergdorf. Die Aktivitäten der Akademie lassen sich auf dem Akademie-blog verfolgen und werden nun u.a. im creativealps_lab an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) weitergeführt.

Destination Alpen!?
In der aktuellen Ausgabe der SZENEALPEN, dem Themenheft der Alpenschutzorganisation CIPRA, ist Jens Badura mit dem Essay „Destination Alpen!?“ vertreten und plädiert für einen Fokus auf kulturelle Nachhaltigkeit: „Kulturelle Nachhaltigkeit ist nicht zuletzt auch für die Debatte zum nachhaltigen Tourismus von Bedeutung. Denn dieser gerät derzeit selbst in Gefahr, zu einer Art Destinationssegment zu werden, indem einschlägige Botschaften wie sanfte Mobilität, entschleunigte Atmosphäre, klimaneutrale Regionalität etc. mit den gleichen Instrumenten des Destinationsmanagements kommuniziert werden wie jene Segmentspezialitäten, für die etwa die diversen Ischgls der Alpen stehen. Auch hier gilt: Nur wenn lokale und regionale Akteure ihre Vorstellung von Nachhaltigkeit ausbilden, diese mit eckigen Kanten leben anstatt zeitgefällige Schlagworte bzw. Bildbotschaften als vermeintlich identitären Markenkern zu inszenieren, ist Destination kein Schicksal.“

Interview in der Schweizer Bauzeitung „Tec 21 – Espazium“
In der Ausgabe der Schweizer Bauzeitung „Tec 21 – Espazium“ vom 28. Juli wird im Rahmen des Titelbeitrags „Alpentourismus: konträre Dorfansichten“ Jens Badura (berg_kulturbüro) zum Thema Bergsteigerdörfer interviewt und das Gemeindeentwicklungsmodell der Ramsau mit jenem des Schweizerischen Tourismusorts Lenzerheide verglichen – hier ein kurzer Auszug zum Ansatz der Ramsau:  „Was für die Bevölkerung wichtig und attraktiv ist, soll dauerhaft erhalten bleiben. Wenn Gäste daran Freude haben, tant mieux.“

Alpines Museum der Schweiz
Das Schweizerische Bundesamt für Kultur hat am 19. Juli bekanntgegeben, dass es die Förderungen des Alpinen Museum der Schweiz – Partnerinstitution des berg_kulturbüro – um 75% kürzen wird. Anlässlich der Tagung „Berggebiete wohin – Neue Identitäten und Kulturinitiativen in den Alpen“ in Maloja beteiligte sich das berg_kulturbüro an der Formulierung folgender Erklärung: „Das Alpine Museum ist heute eines der innovativsten Zentren für Bergkultur in der Schweiz und im gesamten Alpenraum. Durch die drastische Kürzung der Mittel werden nicht nur die Ausstellungen und Veranstaltungen am Standort Bern, sondern ebenso die zahlreichen Kooperationen des Museums mit Kulturakteuren im Berggebiet kaputt gespart. Das Alpine Museum der Schweiz wird seit seiner Neuausrichtung vor fünf Jahren über die Landesgrenzen hinaus als wichtiger Impulsgeber für die Auseinandersetzung mit Kultur in den Bergen wahrgenommen. Das Museum prägt damit auch das Bild der Schweiz als zentralem Akteur in den Alpen. Umso unverständlicher ist die Entscheidung des BAK, diese Arbeit in der Zukunft aufs Spiel zu setzen. Das Alpine Museum der Schweiz muss als gegenwarts- und zukunftsorientierter Ort der kulturellen Auseinandersetzung mit dem alpinen Raum erhalten bleiben. (…) Kultur soll als Verhandlungsort für aktuelle Gegenwartsthemen verstanden werden, wie es das Alpine Museum für die Schweiz und für andere Alpenländer exemplarisch aufzeigt.“

Wechselwirkungen zwischen Berggebieten und Metropolen
Jens Badura (berg_kulturbüro) und Bernhard Tschofen (Professor Kulturwissenschaftliche Raumforschung am ISEK der Universität Zürich) wurden vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (STMUV) mit der Studie „Wechselwirkungen zwischen Berggebieten und Metropolen“ beauftragt, die im Rahmen des Bayerischen Vorsitzes der Europäischen makroregionalen Strategie für den Alpenraum (EUSALP) entstehen soll.

Nachhaltigkeit in den Bergen
Im Rahmen des am 18. Juli im Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlten Features „Idyllen unter Druck – Tourismus-Entwicklung in den Alpen und die nachhaltige Wirtschaft im Alpenraum“ von Günther Wessel wurde das Bergsteigerdorf Ramsau als Beispiel nachhaltiger Tourismusentwicklung portraitiert – ein podcast zur Sendung ist hier abrufbar.

Sitzung des Ramsauer Gemeinderats im berg_kulturbüro
Am 18. Juli fand auf Einladung des 1. Ramsauer Bürgermeisters Herbert Gschoßmann die Gemeinderatssitzung im berg_kulturbüro statt. An den offiziellen Teil schloss sich eine offene Diskussion zum Thema „Bergsteigerdörfer und Gemeindeentwicklung“ an, im Rahmen derer Zukunftsaktivitäten ausgelotet wurden, die die Gemeinde Ramsau als Denkwerkstatt für das Bergsteigerdorf-Konzept etablieren können – und welche Rolle das Themenfeld „kulturelle Nachhaltigkeit“ dabei spielen kann und sollte.

Alpines Philosophicum Ramsau – Sommer 2017
Vom 21.-30. Juni fand die heurige Sommerausgabe des Alpinen Philosophicums Ramsau statt, bei der im Rahmen von philosophischen Wanderungen, Symposien, Vorträgen und Podiumsdiskussionen gemeinsam über das Verhältnis von Menschen und Bergen philosophiert wurde. Thematischer Schwerpunkt war diesmal „Gefahr-Wagnis-Risiko“. Die Veranstaltungen stiessen auf breites Publikumsinteresse und Medienecho und konnten wiederum einen  Denkraum zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit Fragen zum Leben in den Bergen schaffen. Im Herbst wird das Alpine Philosophicum mit zwei Hüttenphilosophie-Abenden fortgesetzt: am 11. September auf dem Watzmannhaus, am 13. September auf der Blaueishütte – Informationen dazu folgen demnächst.

whatsalp
Am 3. Juni startete in Wien das Wanderprojekt whatsalp Wien-Nizza, das im Rahmen einer Alpenüberquerung „per pedes“ aktuelle Entwicklungen und Probleme im Alpenraum erkundet, dokumentiert und im Rahmen von zahlreichen Veranstaltungen am Wegverlauf zur Diskussion einlädt. Das berg_kulturbüro ist an drei dieser Anlässe beteiligt: am 18. Juni auf der Etappe Hieflau-Gstatterboden (Nationalpark Gesäuse, Österreich) bei der Veranstaltung „Gedanken-Gänge„, am 1. Juli in Kolm Saigurn/Rauris (Nationalpark Hohe Tauern, Österreich) bei der Podiumsdiskussion „Nationalpark und Erlebnisgesellschaft“ sowie am 25.-27. Juli in Salecina/Maloja (Oberengadin, CH) im Rahmen der Veranstaltung „Berggebiete wohin? Neue Identitäten und Kulturinitiativen in den Alpen„.

„Keine Angst vor der Gegenwart“
Am 29. Mai fand in Bern die Veranstaltung „Keine Angst vor der Gegenwart – Gegenwartsthemen in lokalen und regionalen Museen im Berggebiet“ statt, die von Beat Hächler (Alpines Museum der Schweiz) und Jens Badura (berg_kulturbüro) konzipiert und durchgeführt wurde. Die Veranstaltung war zugleich Auftakt der vom berg_kulturbüro federführend betriebenen Initiative „Diskursmuseum“, welche in den kommenden Jahren ein Netzwerk von lokalen und regionalen Museen im Alpenraum aufbauen soll und darauf zielt, Museen zu Orten der Verhandlung von Gegenwartskontroversen zu machen.

berg_kulturstammtisch am 18.05.2017
Der zweite berg_kulturstammtisch am 18. Mai wurde zusammen mit Michael Brandt, 1. Vorstand des Gebirgstrachtenerhaltungsvereins GTEV D’Achentaler Ramsau, organisiert. Zum Thema „Zukunft mit Herkunft – Brauchtum heute“ wurde insbesondere diskutiert, welche Bedeutung und Funktion Trachten heute haben und wie Brauchtum im Spannungsfeld von Bewahrung und Entwicklung gelebt werden kann, wie sich unterschiedliche Generationen mit Brauchtum identifizieren und den schmalen Grat zwischen selbstbestimmter sozialer Praxis und folkloristischer Ambientedienstleistung verhandeln können.
Teilnehmer waren der Kreisheimatpfleger Johannes Schöbinger, die Trachtenschneider_innen Marlene Stocker und Max Köppl, der Lederhosenmacher Franz Stangassinger, die Mitherausgeberin des Buchs „Ramsau – so wie’s früher war“ Waltraud Gschoßmann, Michael Gröll vom Trachtenverein D’Achentaler Ramsau sowie Gisela und Jens Badura vom berg_kulturbüro.

Besuch des MdL Florian von Brunn im berg_kulturbüro
Am 4. Mai besuchte Florian von Brunn, Mitglied des Bayerischen Landtags und umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Rahmen eines Besuchs im Bergsteigerdorf Ramsau auch das berg_kulturbüro, um sich über Zielsetzungen, Projekte und aktuelle Themenschwerpunkte zu informieren. Diskutiert wurden sowohl allgemeine alpenpolitische Themen, wie die Situation der alpinen Landwirtschaft oder Entwicklungen im Bereich Tourismus und Wirtschaft, als auch die spezielle Situation und Ausrichtung des Bergsteigerdorfes Ramsau, das im Hinblick auf eine umfassend nachhaltige und innovationsfreudige Regionalentwicklung – gerade auch mit Blick auf kulturelle Nachhaltigkeit – inzwischen Modellcharakter erlangt hat. Neben Florian von Brunn waren bei dem Gespräch u.a. dabei: Rudi Fendt (2. Bürgermeister Ramsau), Bartl Mitter (2. Bürgermeister Berchtesgaden), Hannes Lichtmannegger (Hotel Rehlegg), Beppo Maltan (Berchtesgadener DAV-Sektionsvorsitzender), Roman Niederberger (BGL-SPD-Kreisvorsitzender), Klaus Gerlach (Vorsitzender SPD-BGL-Süd), Fritz Rasp (Leiter Touristinfo Ramsau) und Gisela Badura (berg_kulturbüro).

berg_kulturstammtisch
Am 20. April fand ein berg_kulturstammtisch zum Thema „Kulturlandschaft: wie schützen, wie nützen?“ statt, der vom berg_kulturbüro zusammen mit dem Biologen Toni Wegscheider organisiert wurde. Mit dabei waren zudem u.a. Rita Poser (Vorsitzende der Kreisgruppe Berchtesgaden des BUND Naturschutz), Gisela Badura-Lotter (Biologin, Landwirtin und Umweltethikerin), Ulf Dworschak (Sachgebietsleiter Naturschutz und Planung im Nationalpark Berchtesgaden) und David Schuhwerk (Geschäftsführer Naturpark Weißbach/Lofer). Im Gespräch wurden unterschiedliche Konzepte von Nutzung und Schutz in der alpinen Kulturlandschaft sowie die damit verbundenen Konfliktlinien zwischen beteiligten Interessensgruppen (Bauernschaft, Jäger, Naturschützer, Tourismus, Natur- und Nationalparks, Gemeinden) diskutiert.

Eröffnung berg_kulturbüro
Am 5. April 2017 wurde das berg_kulturbüro im Mesnerhaus des Bergsteigerdorfs Ramsau offiziell eröffnet. Nach einem Grußwort des Ramsauer Bürgermeisters Herbert Gschoßmann stellte Jens Badura den rund 35 Gästen das Konzept des berg_kulturbüros vor: ein Ort, an dem die verschiedenen Dimensionen, die das Verhältnis von Menschen und Bergen prägen, zur Sprache, Reflexion und Verhandlung kommen können. Anschliessend wurde die Eröffnung bei einem Umtrunk gefeiert und der neue Raum für gemeinsames Nach- und Vordenken im Gespräch eingeweiht.